Geschichte des Weines

Die Herstellung von Wein ist rund 10.000 Jahre alt. Ursprünge derselben finden sich in Mesopotamien. Die Wildrebe, die Parallelen zum Erscheinungsbild unserer heutigen Weinrebe aufweist, genannt „Vitis vinifera silvestris“, wurde in den Ablagerungen des Tertiärs vorgefunden. Man kennt zwar heute international etwa 8.000 Arten der vitis vinifera, doch nur ein ganz kleiner Bruchteil eignet sich zur Herstellung von Wein.




3000 v. Chr.
Mit den Griechen beginnt die Geschichte des Weinbaues im mediterranen Raum. Während der Kolonialisierung hält die Kultivierung des Weins Einzug in Italien und Frankreich. (Weingott der Griechen: Dionysos). Schließlich ist es den Römern zu verdanken, daß es zu einer Ausbreitung des Weinbaus in Frankreich und Deutschland gekommen ist. Vor ca. 2000 Jahren bringen die Römer die Weinkultur der Griechen nach Österreich und legen Weingärten an der Donau an. (Weingott der Römer: Bacchus). Für die weitere Entwicklung und Verbreitung des Weinbaus in Deutschland sind die Klöster und ihre Geistlichen verantwortlich. In Österreich setzt die Geschichte des Weines um etwa 700 v. Christus ein. Die ersten Samen der Kulturrebe "vitis vinifera" werden in Burgenland im Zagersdorf (Bezirk Eisenstadt) gefunden. Für Zagersdorf bedeutet das, dass es das älteste Weindorf Österreichs ist. Es konnte nachgewiesen werden, daß zu jener Zeit (und Jahrhunderte später) bereits die Kelten in diesem Gebiet Weinbau betrieben haben. Den Kelten folgten die Römer, die in der Provinz "Noricum" (in den Ostalpen, Rätien, Pannonien und Italien) für die weitere Verbreitung des Anbaus von Wein sorgten. Als Beweis dienen jene Becher, Krüge und Flaschen, die in Museen österreichweit ausgestellt sind. Weinbau und Weinkonsum können in Südbabylonien und in China nachgewiesen werden. Auch in Griechenland beginnt die Weinkultur. Der Wein wird in Tonamphoren und in Lederschläuchen aufbewahrt.

2000 v. Chr
Rebkerne werden in Oberitalien gefunden. Praktisch alle Völker, in deren Gebiet ein geeignetes Klima vorherrscht, kennen den Weinbau.

Um Christi Geburt
wird der Weinbau nun auch bei den Römern betrieben.

Römerzeit
Nachdem die Römer Ende des 5. Jahrhunderts n. Christus Noricum verlassen, kommt der Weinbau fast zum Stillstand. Erst unter der Regentschaft von Karl dem Großen (742 - 814) erlebt der Wein einen neuen Aufschwung.

Frühe Neuzeit
In dieser Zeit legten bayrische Klöster im niederösterreichischen Raum an der Donau ihre Saat aus. In folgenden Gebieten wurde Wein angebaut: westlich von Linz, bei Salzburg und vor allem in Kärnten und Tirol. Die Größe der Anbaufläche wird auf mehrere 100.000 Hektar geschätzt. Schon in der frühen Neuzeit war die Weinproduktion auf Qualität ausgerichtet. Die erste offizielle Trockenbeerenauslese bestätigt dies. Jene Beerenauslese wurde im Jahre 1526 von einer Familie Gruber im Gebiet von Donnerskirchen gelesen. (Die Information wurde einer Inschrift einem alten Faßboden entnommen). Aufgrund des Feudalsystems war es nicht die Familie Gruber, die das Lob für den Wein erntete, sonder der Adel. Urkundlich ließ sich der bemerkenswerte Süßwein bis ins Jahr 1852 verfolgen.

17. Jhd
Das 17. Jahrhundert sollte nicht das Jahrhundert des Weines werden. Das Aufkommen des Bieres, hohe Abgabenbelastungen und die Folgen des Dreißigjährigen Krieges waren für den Untergang der Weinkultur verantwortlich.

18. Jhd
Erst Kaiserin Maria Theresia (1717 - 1780) führte eine einheitliche Besteuerung ein, was einen erneuten Aufschwung für den Weinbau bedeutete. Kaiser Josef II (1784) ermöglichte es, die eigene Fechsung im eigenen Haus zu verkaufen. Dieser Erlaß kann als Grundstein für den heutigen "Heurigen" bezeichnet werden.

19. Jhd
Äußere Einflüsse setzten den Wein im 19. Jahrhundert schwer zu. Die eingeschleppten Krankheiten aus Amerika, ein Kälteeinbruch und die Reblauskatastrophe führten zu Verwüstungen ganzer Weinbaugebiete. Doch die Reblaus sollte nicht lange überleben. Der Direktor der Weinbauschule Klosterneuburg fand schnell eine Lösung zur Bekämpfung dieses Problems.

20. Jhd
Nach einer Rationalisierungsperiode nach dem 2. Weltkrieg und dank der technologischen Entwicklung, wurden ab dieser Zeit moderne Geräte zur Herstellung des Weines eingesetzt. Durch den Eingriff des Gesetzesgeber bei der Weinbereitung und -bezeichnung, und durch den kontrollierten Weinbau können die heutigen qualitativ hochwertigen Wein, die internationales Ansehen geniessen, produziert werden.